Behandlungsschwerpunkt
Muskel- und Sehnenansätze am Ellenbogen
Tennis- und Golferellenbogen sind Überlastungsschäden der Sehnenansätze am Ellenbogen. Nicht Sport, sondern wiederholte Alltags- und Berufsbelastung ist meist die Ursache. Die gute Nachricht: Der überwiegende Teil heilt ohne Operation aus – vorausgesetzt, die Behandlung ist konsequent und die Belastung wird angepasst.
Typische Beschwerden
- Punktuelle Druckschmerzen außen (Tennisellenbogen) oder innen (Golferellenbogen) am Ellenbogen
- Schmerz beim Zugreifen, Tragen, Türklinke drehen oder Tastaturarbeit
- Kraftverlust der Hand ohne eigentliche Handerkrankung
- Ausstrahlung in den Unterarm, oft über Monate schwankend
Diagnostik in meiner Praxis
Gezielte klinische Tests der betroffenen Sehnenansätze, Ultraschall zur Beurteilung von Sehnenstruktur und Verkalkungen, Abgrenzung gegenüber Nervenengpässen (Supinatorlogen-Syndrom) und Halswirbelsäule.
Nicht operative Behandlung
- Belastungsanpassung, Epicondylitis-Spange, Dehn- und exzentrisches Krafttraining
- Physio- und Handtherapie, Stoßwellen- oder Elektrotherapie
- Gezielte Infiltrationen; je nach Befund entzündungshemmend oder regenerativ
Operative Behandlung
- Erst nach ausgeschöpfter konservativer Therapie über mehrere Monate
- Einkerbung/Refixation des Sehnenansatzes mit Entfernung des degenerierten Gewebes
- Ambulanter Eingriff, anschließend strukturierter Belastungsaufbau
Nach der Behandlung
Konservativ ist Geduld gefragt: Eine spürbare Besserung tritt meist innerhalb von 6–12 Wochen ein. Nach einer Operation folgt eine kurze Schonung, danach Aufbau über etwa 3 Monate bis zur vollen Belastbarkeit.
Der Tennisellenbogen im Bild
Beim Tennisellenbogen (Epicondylitis humeri radialis) sitzt das Problem am äußeren Oberarmknorren – dem Epicondylus lateralis. Dort entspringen mit einer gemeinsamen Sehne die Muskeln, die Handgelenk und Finger strecken. Wiederholte Belastung, ungewohnte Tätigkeiten oder eine dauerhafte Anspannung führen zu feinsten Einrissen und einem Umbau des Sehnengewebes am Knochenansatz. Es entsteht kein klassischer „Entzündungsherd“, sondern ein schmerzhafter Verschleiß der Sehnenverankerung. Am inneren Oberarmknorren spielt sich beim Golferellenbogen (Epicondylitis humeri ulnaris) dasselbe an den Beugesehnen ab.

Typische Zeichen
Punktförmiger Druckschmerz am äußeren (bzw. beim Golferellenbogen am inneren) Oberarmknorren, Schmerzen beim Zugreifen, Händedruck, Tragen einer Tasche oder beim Anheben einer Tasse. Häufig ziehen die Beschwerden in den Unterarm; die Kraft lässt spürbar nach.
Behandlung
Zunächst konservativ: Belastungsanpassung, exzentrisches Dehn- und Kräftigungsprogramm, Epicondylitis-Spange, physikalische Therapie, Stoßwelle und – gezielt eingesetzt – Infiltrationen. Erst wenn die Beschwerden über Monate bestehen bleiben, kommt ein kleiner operativer Eingriff mit Einkerbung und Entlastung des Sehnenansatzes in Frage.
Jede Hand ist anders: Welcher Weg für Sie der richtige ist, klären wir gemeinsam in einer ausführlichen Untersuchung und Beratung.
Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine persönliche ärztliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose.
